Reisetipps

Reisetipp Urlaub in Istrien

Balkan-Grill war einmal. PETRA-Mitarbeiterin Wiebke Brauer schlemmte sich durch Kroatien und Slowenien. Bekanntermaßen lernt man beim Essen die interessantesten Menschen kennen.
Hafenstadt Piran
     

Die Sonne scheint mir auf den Bauch. Pinien duften. Eine Mutter im Bikini fängt ein Kleinkind ein, das sich in Lichtgeschwindigkeit in Bewegung gesetzt hat. Ein älteres Ehepaar holt belegte Brote aus dem Korb und blickt auf das Mittelmeer, das vor ihnen leise in der Bucht schwappt. Italien? Nein, nicht ganz Italien, eigentlich gar nicht Italien. Ich stehe in Kroatien an der Bucht von Rovinj, genauer gesagt in Istrien, einer Halbinsel an der Adria.

Istrien besteht aus einem kroatischen Teil (in dem ich mich gerade befinde), einem slowenischen Teil (den ich in zwei Tagen bereise) und einem Fitzelchen Italien (wo ich landete). Nach meiner Reise werde ich also behaupten können, durch drei Länder gejettet zu sein. Das ist aber keine Kunst, weil in diesem Landstrich alles nur einen Steinwurf voneinander entfernt liegt. Man sagte mir, ich könne von hier aus bei gutem Wetter sogar bis Venedig sehen, aber das scheint mir ein bisschen übertrieben.

Gasse in Piran

Zum Verrücktwerden malerisch: Wäsche in Pastellfarben in Piran

Um ehrlich zu sein: Ich bin nicht wegen der schönen Aussicht nach Istrien gekommen. Ich bin vorwiegend zum Essen da. Essen gehört zu meinen liebsten Tätigkeiten. Und wenn ich Reisen und Speisen verbinden kann, bin ich glücklich. Als ich jedoch Freunden erzählte, dass ich mich durch Kroatien und Slowenien futtern werde, hieß es: „Viel Spaß im Balkan-Grill. Essen die nicht Cevapcici?“ Nee, essen die nicht. Im Gegenteil: Gestern wurde mir zum Abendessen Seebarsch mit Morcheln serviert, Enten-Confit mit Spargel und eine Kastanien-Trüffelsuppe. Trüffeln findet man in fast jedem Gericht hier, weil Istrien für seine Trüffeln berühmt ist. Das finde ich großartig, für die kostbaren schwarzen Pilze tue ich fast alles. Das Beste: Ich darf am nächsten Tag Ivica Kalcic begleiten, er ist professioneller Trüffelsucher. Schon vor der Reise hatte ich mir vorgestellt, mit einem glücklich grunzen dem Schwein an der Leine durch den Wald zu laufen, das unglaubliche Mengen von Trüffeln für mich erschnüffelt.

Am nächsten Morgen fällt schwerer Regen – und mit ihm meine Laune. Das triste Wetter macht maximal die Pilze im Wald von Livade glücklich. Livade ist ein kleiner Ort inmitten von Istrien, und heimliche Trüffelhauptstadt. Am Waldsaum steht ein sehr runder Mann. Mit zwei Hunden – ohne Schwein. Was für eine Enttäuschung! Den Grund erklärt der 53-Jährige mit einem kroatischen Wortschwall. „Schweine lassen sich nicht so gut dressieren. Außerdem fressen sie die Trüffeln sofort auf.“ Das würde seinen beiden regennassen Rüden Bobbi und Jacki nie einfallen.

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