Kultur

Superhelden Batman, Iron Man & Co.

Die Anzüge? Sind poliert. Die Capes? Aufgebügelt. Die Superhelden entern unsere Kinos! Wir stellen Ihnen die sechs wichtigsten Kämpfer für Gerechtigkeit vor. Und fragen uns: Wo sind die eigentlich im realen Leben?
Batman
    

Neulich auf dem Bezirksamt hätte ich dringend einen benötigt. Er wäre mit gestreckten Armen durch die Fensterscheibe gekracht, um den Menschen, der mir gerade noch erklärte: „Da hätten Sie sich ja schon mal im Internet informieren können, wie man das Formular korrekt ausfüllt, ich weiß nicht, ob wir da noch was machen können ...“, an die Wand zu tackern. Danach hätte er sich lässig die Glasscherben von der Hose geklopft und zu dem Beamten gesagt: „Verschaff dieser Lady einen gottverdammten Reisepass, damit sie in den Urlaub fliegen kann. Sie hat es verdient.“ Aber, wie gesagt, wenn man einen Superhelden braucht, ist nie einer da.

Im Alltag schneiden echte Helden ziemlich uncool ab

Batman, Spider-Man, Iron Man: Im Kino wimmelt es vor Helden, aber wo bleibt eigentlich „Alltags-Man“? Fühlt sich wohl keiner zuständig. Dem Chef mal die Meinung zu sagen oder jugendlichen Rabauken Benehmen beizubiegen, ist ja auch nicht so glamourös, wie einen Superbösewicht zur Strecke zu bringen. Wenn ich mir meinen männlichen Bekanntenkreis so anschaue, kann ich mit Gewissheit sagen: Diese Typen würden nicht zur Rettung schreiten, falls mal ein mutiertes Zwanzig-Meter-Kaninchen auf die Stadt zuhoppeln sollte. Weil die neuen Wildlederschuhe schmutzig werden könnten, der Rücken gerade echt Probleme macht und überhaupt: Zahlt da die Versicherung? Im echten Leben sind Helden rar gesät. Das Image ist unmodern, hat immer so etwas Machohaftes an sich kleben. Und doch schlummert in uns die Sehnsucht nach Wesen, die mit überirdischen Kräften für Recht und Ordnung sorgen. Oder warum sonst boomen die Superhelden-Verfilmungen im Kino?

Wo von Angesicht zu Angesicht gegen das Böse gekämpft wird, mit allerlei Wunderwaffen und ganz viel Zack-Boom-Bang. Hier sitzen unsere Männer mit einer Tüte Popcorn vor der Leinwand und seufzen: „Boah, so wäre ich auch gerne!“ Und wir Frauen? Schielen auf den Mann neben uns, den wir so gut domestiziert haben, und denken: „Er hängt ohne Murren die Wäsche auf und macht eine fantastische Crème brulée. Aber die Welt retten? Ganz sicher nicht.“ Aber warum ist das so gekommen? Seit Menschengedenken gibt es Helden. Männer (und auch Frauen), die für ihre Ideale sogar ihr Leben aufs Spiel gesetzt hätten. Von der Antike übers Mittelalter bis in die Neuzeit gab es unzählige Draufgänger, die von ihrem Volk vergöttert wurden. Ihre Sagen und Geschichten waren der Motor, der die Gesellschaft am Laufen gehalten hat.

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Schlagworte
Film | Männer | Lifestyle
Autor
Iris Soltau