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Serien Stylische TV-Heldinnen

Diese TV-Ermittlerinnen verfolgen Verbrecher Fendi und überführen sie in Ferragamo...
The Closer
  

Wir haben eine anhaltende Invasion von Dekolleté-Detektivinnen! Da wären zum Beispiel die Ladys von „Rizzoli & Isles“. Dabei handelt es sich um die hitzige Polizistin Jane und die vornehmere Pathologin Maura – und beide sehen aus wie gerade alle berufstätigen Frauen in US-Serien, also wie Models.

Dabei spielt es keine Rolle, ob man „Law & Order“, alle „CSI“-Serien, „Crossing Jordan“, „Burn Notice“, „The Mentalist“, „Criminal Intent“ im Fernsehen guckt – oder den Neuzugang „Body of Proof“, in dem sich ebenfalls zwei sehr schicke Pathologinnen über Leichenteile streiten, als wären sie Manolo Blahniks im Ausverkauf. Zwar werden überall Killer gejagt, aber das heißt noch lange nicht, dass die Ladys deshalb praktische Sachen anhaben müssen. Da werden tief ausgeschnittene Tops, spitze hohe Stiefel, knallenge Hüfthosen und figurbetonte Jäckchen getragen, die so sexy sind, dass jeder Verbrecher geblendet ist und 
sich wahrscheinlich nur schnappen lässt, um einen Blick auf den Spitzenbesatz des BHs
zu ergattern. Die Verbrechen sind hässlich – da liegen Prostituierte kopflos in Mülltonnen und Kinderschänder betreiben Pornoringe –, doch 
die Staatsanwältinnen, Polizistinnen, Ermittlerinnen und Anwältinnen sind umso schöner.

Verbrecher-Jagd in Gucci und Manolo Blahnik

Mit ihrer Traumfigur und den teuren Designerklamotten, von denen eine Lena Odenthal nur träumen kann. Da sage einer „Crime doesn’t pay!“ – „Verbrechen zahlt sich nicht aus!“. Die Frauen sind obendrein nicht nur gnadenlos und autoritär, sondern so fit wie Fußballerinnen. Das müssen sie auch sein, denn sie rennen ziemlich viel in sehr unwirtlichen Gegenden umher, und man hofft, dass ihre Füße in den schmalen High Heels mit bequemen Gel-Fußkissen von Dr. Scholl versehen sind. Wie sonst soll man so einen Zwölf-Stunden-Tag ohne Ballenbildung und Blasen überstehen?

Bones

Es gab mal eine Zeit, da genügte eine konventionell ermordete Leiche, um sagenhafte Spannung zu verbreiten. Ein geschickt kombinierender Detektiv wie Sherlock Holmes oder die rüstige britische Pensionärin Miss Marple, die mit Hütchen und Schirm herumwatschelte, machten mit trockenem Humor Gangstern den Garaus. Ganz anders Stella Bonasera (bitte auf die Fantasienamen achten!) von „CSI: New York“: Das ist eine toughe New Yorkerin, die gern im hautengen Hosenanzug und Stretch- T-Shirt auf Verbrecherjagd geht – und ganz andere Prioritäten setzt. Sie zaudert nicht, bevor sie mit geringschätzig gekräuselten Lippen Handschellen aus ihrem Gürtel (man erwartet eigentlich eine Gucci-Handtasche) holt und triumphierend die Mähne zurückwirft, als wäre es ein Shampoo-Werbespot.

Ja, die Haare ... Nach dem Busen ja das weiblichste aller Attribute. Loreley, Rapunzel und vielleicht noch Arielle sind die Vorbilder nahezu aller weiblichen Figuren in US-amerikanischen Fernsehserien. Kyra Sedgwick aus „The Closer“ hat ebenso lange Hollywood-Locken wie Jill Hennessy aus „Crossing Jordan“. Aber auch Ärztinnen frönen der Babes-und-Barbie-Kultur. In „Grey’s Anatomy“, selbst in „Dr. House“, beides Hospital-Hits, fallen allen Hauptdarstellerinnen ihre ausnahmslos seidigen langen Haare wie ein Vorhang über das Gesicht, während sie nach der richtigen Ader für den Tropf suchen. Dasselbe gilt für „Private Practice“, auch da geht es wie in einer Modenschau zu. Die gebräunte Top(model)-Geburtsspezialistin Addison zieht jedenfalls nur in Notfällen ein Kittelchen über ihre todschicke Haute Couture.

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