Reisetipps

Colorado Zu Besuch im Ski Resort Telluride

Mitten in den Rocky Mountains, versteckt hinter hohen Bergen und dichten Wäldern, fand unsere Autorin ein Schnee-Paradies weitab von Massentourismus und Hotelriesen.
Telluride
   

Na, willst du wohl reingehen! Mit ganzer Kraft versuche ich verzweifelt, die letzte Schnalle meiner Skistiefel zu schließen, da spüre ich, wie mir langsam die ersten Schweißperlen die Stirn und – viel schlimmer – den Rücken runterrollen. Brrrr, da sind sie wieder, diese Erinnerungen, wie ich mich im zarten Alter von sechs Jahren in der Minigruppe einer österreichischen Skischule über matschige Schneereste durch die hohlen Bäuche von Schneewittchens Holzzwergen schiebe. So was prägt. Und das nicht unbedingt zum Positiven. Seit diesem Tag hat Skifahren für mich immer den Beigeschmack von etwas unnötig Beschwerlichem. Einzig allein die Pausen auf den Hütten mit Wiener Würstchen und Kaiserschmarrn konnten mich immer wieder auf die Pisten der Alpen locken.

Ja, mit Essen war ich schon immer gut rumzukriegen, und ich gebe zu, dass die Aussicht auf saftig frische Burger bei meiner Entscheidung, nach Telluride in Colorado zu fahren, nicht unerheblich war. Außerdem habe ich mir im Vorfeld versichern lassen, dass die Rocky Mountains so gar nichts mit den Alpen gemein haben. Kaum habe ich endlich diese störrischen Stiefel geschlossen und den Skikeller des „Peaks“- Hotels verlassen, weiß ich, warum. Die Sonne strahlt, und unter meinen schweren Skischuhen knarzt frischer Schnee, zart wie Puderzucker, ganz ohne harte Eiskruste, die mir bei mancher Abfahrt schon zum Verhängnis geworden ist.

Trotzdem ist er auch nicht so pudrig, dass man das Gefühl hat, beim Fahren langsam in einem Sack Mehl zu versinken. Die Einheimischen sagen, das liege daran, dass hier den ganzen Winter über ziemlich konstante Temperaturen herrschen. Die alte Goldgräberstadt liegt aber auch ziemlich weit oben auf 2700 Metern. Egal, wann man in der sechs Monate dauernden Saison hierherkommt, Angst vor kargen grau-grünen Pisten braucht man keine zu haben. Stattdessen kann man sich darauf freuen, dass einem in dem 80 Hektar großen Skigebiet selten jemand in die Quere kommt. Dafür ist einfach zu viel Platz. Ein großes weißes Paradies, sozusagen.

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