Reisetipps

Reisetipp Reise nach Oman

PETRA-Autorin Stefanie Lindenberger machte sich auf in den Orient und fand dort einen Mix, aus dem Märchen sind: glutrote Wüste, Muscat, die leuchtende Stadt am Meer und Orientzauber auf der Haut.
Oman
   

Wenn der Mond freihat, müssen die Sterne seinen Job erledigen. „Du hast großes Glück, dass du in einer solchen Nacht hier bist. Das sind die strahlendsten“, sagt Mohamed. Es ist kurz nach zehn in dieser Neumond- Nacht in der Wahiba-Wüste. Mohamed ist unser Fahrer. Er heißt wie ungefähr jeder fünfte Mann hier in Oman. Darum tragen die vielen Mohameds Beinamen, wie etwa der Mohamed mit den vielen Locken, der schwarzen Brille, den kleinen Grübchen. Neben mir sitzt Mohamed mit den freundlichen Augen. Er legt mir eine Decke und ein Kissen in den Sand auf den Kamm der Düne. Ich schaue in den Himmel und habe das Gefühl, als könnte ich die Sterne anfassen und abschrauben. Ich lausche, höre keinen Wind, kein Wort. Das Lauteste hier ist mein eigener Atem. So klingt das große Nichts. Mein Blick verliert sich irgendwo auf der Milchstraße. Es war immer mein Traum, einmal in der Wüste zu schlafen. Meine Zehen bohren sich in den Sand. Der ist noch warm von den 45 Grad des Tages. Ich habe ein Bett im „1000 Nacht Camp“, einem kleinen Zeltdorf am Fuß der Dünen. Doch irgendwie erscheint mir diese Nacht zu kostbar, um auch nur eine Sekunde mit Schlaf zu verschwenden.

So sitze ich in der endlosen Stille, bis der erste Sonnenstrahl über die Sandhügel blitzt. Erst dann steige ich hinab und begrüße den neuen Morgen im Pool des Camps. „You are in the desert, please save water“, steht auf einem Holzschild neben der Dusche. Okay, mache ich. Aber das Wasser im Pool fließt ja nicht weg. Ich tauche ein und denke: Ich habe um halb fünf morgens schon lange nicht mehr etwas so Verrücktes gemacht, wie irgendwo in Arabien mitten in der Wüste schwimmen zu gehen.

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