Reisetipps

Reisetipp Abenteuer Afrika

Irgendwo in Afrika verlor PETRA-Autorin Wiebke Brauer ihr Herz. Kein Wunder, denn auf dem Weg von Durban in den Norden kann man sich schon einmal wider Erwarten in ein wildes Tier verlieben – oder gleich in ein ganzes Land.
Afrika
     

Weg war es. Wenn ich bloß wüsste, wo genau auf der Reise ich mein Herz verloren habe. Fest steht nur eins – Liebe auf den ersten Blick war es auf keinen Fall. Schon aus Trotz nicht, schließlich wollte ich nicht zu diesen verstrahlten Nordeuropäerinnen gehören, die sich nach ihrem ersten Afrikatrip nicht mehr einkriegen, nur noch den Klassiker „Jenseits von Afrika“ mit Meryl Streep gucken und dabei ganz verträumt über ihre Holzgiraffe streicheln.

Mit dieser ehernen Absicht steige ich zumindest aus dem Flugzeug in Durban. Der Vorsatz ist auch noch in Stein gemeißelt, als ich am nächsten Tag ganz sachlich auf Erkundungstour gehe. An meiner Seite: Richard von den „Streetscene Tours“, der sich ein Bein ausreißt, um mir an einem einzigen Tag eine Millionenstadt zu Füßen zu legen. Aha, Durban, denke ich. Mittelmäßig attraktiv auf den ersten Blick. Mit über 3,1 Millionen Einwohnern zweitgrößte Stadt Südafrikas. Liegt am Indischen Ozean an der Ostküste. Die Briten brachten einst Tausende von indischen Landarbeitern hierher, noch heute liegt der Anteil der indischstämmigen Bevölkerung bei 20 Prozent. Schau an. Mahatma Gandhi arbeitete längere Zeit als Anwalt in Durban. So, so, sehr interessant. Die weiße Bevölkerung macht nur etwa vier Prozent aus. Das ist wenig. Rassentrennung zwischen Schwarz und Weiß bis 1994, dann endete die Apartheid. Unvorstellbar.

All diese Zahlen und Fakten wabern durch meinen Kopf, als Richard mich durch verschiedene Boutiquen schleust, in denen ich kurz einem Kaufrausch verfalle, mir kleine Cafés und Läden zeigt, in denen ich mich sofort pudelwohl fühle, und an den Stadtstrand fährt, an dem Frauen hinter Hunden und Jungs hinter Wellen herjagen. Spätestens in diesem Moment wird mir eins klar: Kapstadt liegt am Atlantik und mag die schönere Stadt sein, aber Durban liegt am Indischen Ozean – und der ist warm. Ein unschätzbarer Vorteil. Richard deutet unauffällig auf ein paar dunkelhäutige Jungs mit Surfbrettern unter dem Arm. „Das sind Straßenkinder, die surfen lernen.“ Ich nicke.

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