Kultur

Kinderstars Die neuen Mini-Models

In diesem Herbst sind blutjunge Mädchen die Werbestars der Designer. PETRA-Autorin Stefanie Lindenberger bekommt beim Anblick der kurvenlosen Mini-Models eher Mami-Gefühle als einen Kaufrausch.
Chloe Moretz
      

Wenn hinter den Hollywood-Hügeln die Sonne versunken ist, hören sich die Gutenachtgespräche zwischen Dakota, 17, und Elle Fanning, 13, diesen Herbst vielleicht ungefähr so an: „Wie gefallen dir meine Slingpumps, Dak?“ – „Cool. Und findest du, ich habe in dem Kleid die richtige Attitüde?“ Unter der Bettdecke blättern die zwei in Zeitschriften. Sie kichern und staunen über Fotos von sich selbst – und ein paar Mädchen, die den gleichen Job machen. Chloe Moretz, 14, Hailee Steinfeld, 14, oder Kiernan Shipka, 11, etwa. Die sind wie die Fanning-Schwestern allesamt hoffnungsvolle Jungschauspielerinnen. Mädels, die vor ein paar Jahren eine super Besetzung für Hannah Montana abgegeben hätten. Deren Konterfeis wir vielleicht auf Federtaschen, Postern und Autogrammkarten in den Zimmern unserer Töchter begegnet wären. Dieses Jahr aber findet die Fashionwelt: Werbegesichter können ja gar nicht jung und frisch genug sein.

Und so sehen wir die Mädchen in den Kampagnen und Shootings des Who’s who im Mode-Biz wie Miu Miu, Rodarte oder Marc Jacobs. Da hängen die Kleider fast traurig auf hauchzarten Schultern und sitzen bis zu den Oberschenkeln ungefähr so kurvenreich wie auf einem Bügelbrett. Passt da auch ein Busen rein, fragen wir uns. Würde ein echter Po – so ein Über- 30-Po – die Nähte sprengen? Dünn sind wir aus der Werbung ja gewöhnt. Aber dünn und 13? Da fällt selbst passionierten Fashionistas, die selten mehr als drei Salatblätter am Tag zu sich nehmen, die Identifikation schwer.

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Schlagworte
Lifestyle | Mode | Stars
Autor
Stefanie Lindenberger