Kultur

Portrait Diana Vreeland

Diese Frau bleibt im Gedächtnis: Diana Vreeland entdeckte Twiggy, traf Warhol und schrieb Modegeschichte. Eine Dokumentation gibt jetzt Einblick in ihr spannendes Leben...
Diana Vreeland
  

Schön und jugendlich im klassischen Sinne war sie nicht. Ihr gepudertes Gesicht leuchtete weiß, um den Hals trug sie meist Perlen und manchmal Pelz, die Lippen waren sorgfältig in Knallrot nachgezogen. In ihrem hochgezurrten Haar steckten Rosen, hinter ihrem Rücken wird man sich später erzählen, das ihre Frisur schusssicher gewesen sei. Dabei war es genau diese Mischung aus Exzentrik, Genie und Eleganz, die dazu führte, dass Diana Vreeland als Chefredakteurin der amerikanischen „Vogue“ Modegeschichte schrieb und den Stil folgender Generationen prägte.

Und wer heute nach legendären Chefredakteurinnen gefragt wird, dann sofort „Anna Wintour“ ruft und an den Film „Der Teufel trägt Prada“ denkt, kann im gleichen Atemzug auch den Namen von Diana Vreeland nennen. Wer sich einen Film über die Fashion-Ikone der 60er-Jahre ansehen möchte, um mehr über sie zu erfahren: Lisa Immordino Vreeland, Ehefrau von Vreelands Enkelsohn, drehte den Dokumentarfilm „Diana Vreeland: The Eye Has to Travel“ („Die Augen müssen wandern“).

Um zu verstehen, was das Leben und die Karriere der Diana Vreeland ausmachte, müssen wir in die Vergangenheit blicken: nach New York ins Jahr 1936. Diana Vreeland war zu diesem Zeitpunkt 33 Jahre alt und gerade mit ihrem Mann und den zwei Söhnen von London an die Ostküste Amerikas gezogen. Und hier machte sie das, was sie am meisten liebte: ausgehen, tanzen – und sich vor allem selbst inszenieren. Ihre Garderobe und ihre Eleganz beeindruckten eines Abends eine ebenfalls anwesende Dame: Carmel Snow, damalige Chefredakteurin des Modemagazins „Harper’s Bazaar“. Am nächsten Morgen erhielt Diana Vreeland einen Anruf der Redaktion und ein Jobangebot. Sie begann als Schreiberin der Ratgeber- Kolumne „Why don’t you ...“, wobei ihre Tipps so ausgefallen waren („Warum waschen Sie nicht die Haare Ihres blonden Kindes in abgestandenem Champagner wie die Franzosen?“), dass sie rasch ihren Ruf als Exzentrikerin zementierten. Inzwischen genießt die Kolumne übrigens Kultstatus. Zu Recht: Wer würde sich heute noch trauen zu schreiben, dass man seinen abgelegten Hermelin doch prima in einen Bademantel verwandeln könnte? Niemand.

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