Kultur

Roman Die dunkle Seite des Glamours

Er ist der Typ, der Gier und No-Future-Gefühle der späten Achtzigerjahre zwischen zwei Buchdeckel packte: In seinem Bestseller „American Psycho“ schockte uns Bret Easton Ellis mit einem spektakulären Mix aus Coolness und Drogen, Sex und Gewalt. Daran hat sich fast 20 Jahre später nicht viel geändert.

Auch in „Imperial Bedrooms“ sind die Menschen eiskalt und berechnend. Ehrlichkeit und Treue? Fehlanzeige! In der Story über Drehbuchautor Clay gehören gebleechte Zähne und falsches Lächeln zur Grundausstattung, man fährt Porsche oder Jaguar und hängt auf dekadenten Hollywood-Partys ab. Zu diesen Leuten gehört auch die rätselhafte Rain, die Clay eines Tages kennenlernt. Sie will einen Part in seinem nächsten Film ergattern und bezahlt die Chance auf einen Job ganz selbstverständlich mit Sex. Allerdings scheint sie in eine brutale Mordserie verwickelt zu sein, ebenso wie einige von Clays alten Kumpeln – aber wer hat in Hollywood schon echte Freunde?

Kiepenheuer & Witsch, 224 S., 18,95 €

„Imperial Bedrooms“ ist die Fortsetzung von Ellis’ Debüt-Roman „Unter Null“ von 1985. Aber man muss Teil eins nicht kennen, um von Teil zwei fasziniert zu sein: Die Story von Clay und Rain nimmt uns mit auf die dunkle Seite des Glamours, zeigt die Einsamkeit hinter den Gute-Laune-Fassaden des Showbiz und zeichnet ein finsteres Porträt der Celebrity-Gesellschaft. Uns hat die kompromisslose Ehrlichkeit des Romans beeindruckt! Aber Vorsicht: Er ist streckenweise ganz schön blutig. Wer Tränen verdrückt, wenn in einer romantischen Komödie ein Hund stirbt, sollte von diesem Buch besser die Finger lassen.

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