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Kultur Warum wir Horror-Filme lieben

Grusel! Kreisch! Immer mehr Frauen gucken Horrorfilme, Hollywood setzt auf Schocker mit Starbesetzung. PETRA-Autor Olaf Schneekloth fragte sich, was hinter diesem Trend steckt.
Frau schaut Horrorfilme
  

Blutig: "Tanz der Teufel" ist ein Splatter-Kultfilm von 1982. Am Drehbuch des Remakes "Evil Dead" (Foto oben) schrieb die Amerikanerin Diablo Cody ("Juno") mit (Start: 16. Mai 2013). Mit eiskaltem, manischem Blick fixiert Nicole Kidman als Evelyn in dem Film "Stoker" ihre Tochter India, dann sprudelt ein Strom hasserfüllter Worte aus ihr heraus...
 Eine Spinne in Nahaufnahme stakst vorsichtig über einen Fuß, elegant, unbemerkt – und leicht bedrohlich. "Stoker" ist kein Mutter-Tochter-Drama und auch kein Naturfilm über Insekten, sondern ein spannender Horrorthriller, der mit seiner Thematik und seinen betörenden Bildern jeden ansprechen dürfte. Und besonders jede. Genau damit liegt der Film voll im Trend, denn immer mehr Frauen entdecken ihre Leidenschaft für Horror und Nervenkitzel und wollen eben manchmal Blut sehen.

Horrorfilme haben immer mehr weibliche Fans

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"Evil Dead"

Blutig: "Tanz der Teufel" ist ein Splatter-Kultfilm von 1982. Am Drehbuch des Remakes schrieb die Amerikanerin Diablo Cody ("Juno") mit.

Eine, die das bestens beurteilen kann, ist Frederike Dellert. Sie hat ihr Faible für Gruseliges sogar zum Beruf gemacht: als Programmleiterin des "Fantasy Filmfestes" (fantasyfilmfest.com), das jedes Jahr durch Deutschland tourt. Sie freut sich: "Früher kamen fast ausschließlich Männer. Mittlerweile ist unser Publikum etwa zu 25 bis 30 Prozent weiblich." Eine repräsentative Online-Umfrage der Meinungsplattform "mingle Trend" von 2012 ergab sogar, dass 43 Prozent der Frauen gern Horrorfilme gucken.

Horror auch im TV

Und nicht nur im Kino sitzen immer häufiger weibliche Horrorfans. Auch Erfolgsserien wie die Vampir-Saga "True Blood" zielen mit ihrem Mix aus Sex und Gewalt auf Herz und Bauch der Zuschauerinnen. Da ist es nicht verwunderlich, dass die supergruselige US-Serie "American Horror Story" kürzlich auf dem Frauensender Sixx ihre Free-TV-Premiere feierte, beworben mit dem lasziv von einer Frau gehauchten Slogan "Nie machte das Böse mehr Lust". Anders ausgedrückt: Filme und Serien wie diese füllen die Lücke zwischen sinnlich und übersinnlich, wer kann dazu schon Nein sagen...?

Julianne Moore in "Carrie"
"Carrie"

Übersinnlich: Das Remake des Pubertätsschockers von 1976 drehte Kimberly Pierce ("Boys don't cry") mit Julianne Moore als Mutter (Start: 5. Dez. 2013)

Aber was fasziniert Frauen an Serienkillern, Vampiren und anderen Monstern? Als Recherche genügt ein Gang über den Redaktionsflur. Bei der PETRA gibt es Kolleginnen, die die Zombie-Serie "The Walking Dead" im DVD-Regal stehen haben und gern Horrorfilme sehen – so zum Beispiel Textchefin Wiebke Brauer. Ihr gefällt es, dass die Filme nach festgelegten Genre-Regeln funktionieren, "wie Märchen für Erwachsene". "Spannend und aufregend muss es sein", findet Beate Lamberti, Chefin vom Dienst. Je realistischer, desto besser. Auf Zombie- und Splatterfilme kann sie dagegen verzichten. Beauty-Ressortleiterin Rüyam Altan begeistert sich wiederum für sämtliche Spielarten des Genres, von subtil bis megahart. Sie findet: "Horror ist viel abwechslungsreicher als romantische Komödien." Besonders die unendlich vielen Masken, hinter denen sich das Böse verstecken kann, faszinieren sie. Hinzu kommt der Kick, den man beim Schauen erlebt: "Das ist wie Achterbahnfahren, die Hände werden feucht, das Herz rast, ich liebe es", schwärmt Altan.

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Schlagworte
Film | Frauen | Kultur | Lifestyle
Autor
Olaf Schneekloth