Kultur

Der unterschätzte Mann Owen Wilson

Spaßvogel, männliche Hollywood-Blondine – Owen Wilson ist nicht gerade als Intelligenzbestie verschrien. Jetzt kommt er auch noch mit der Popcorn-Komödie „Nachts im Museum 2“ ins Kino. Aber täuschen Sie sich nicht, er kann noch mehr.
Owen Wilson und Kate Hudson
   

Frage: Würden Sie diesen Mann eher zu einer Beach-Party oder zum Buchclub- Treffen einladen? Antwort: Den können Sie problemlos zu beiden Events mitnehmen! Denn Owen Wilson ist Kindskopf und Schöngeist, Strahlemann und Querdenker, Frauenheld und Romantiker in einer Person. „Er ist bodenständig und süß und lieb“, schwärmt Film-Partnerin Jennifer Aniston von ihrem Co-Star aus „Marley & Ich“. „Er hat kein Ego am Start, keine Launen. Er ist echt. Und noch einiges mehr.“

Es kommt vor, dass Owen Wilson auf dem Surfbrett Samuel Beckett zitiert. Sein Lachen steckt an, aber er kann auch mit einem einzigen Blick Herzen klirren lassen. Viele Frauen finden Owen Wilson attraktiv, glatt ist er nicht. Allein schon diese Nase! Sein enormes Riechorgan ist der krasseste Bruch im gefälligen Gesamtbild. Ein Football-Unfall in der High School sei Schuld, heißt es. Seltsamerweise reagiert Mr. Schlagfertig äußerst empfindlich, wenn er auf sein windschiefes Markenzeichen angesprochen wird. Keine Nasen-Witze bitte!

Der nächste Widerspruch ist seine Herkunft. Der sonnenblonde Owen Wilson mag aussehen wie ein California Dreamboy, tatsächlich stammt er aus dem staubigen Bush-Land Texas. Und eigentlich wollte er kein Schauspieler werden. Sein Vater arbeitete als Programmdirektor eines TV-Senders in Dallas und brachte in den Siebzigern als erster „Monty Python’s Flying Circus“ ins US-Fernsehen. Die Götter des britischen Humors prägtendie Familie, bei den Wilsons wurde immer viel und laut gelacht. Aber irgendwann hörte der Spaß auf – Owen wurde einaufsässiger Teenager. Klarer Fall von „Mittelkind-Syndrom“, sagt Owen rückblickend.

Er hat zwei Brüder: Andrew, der älteste, war zu Hause der Star; ein breitschultriger Athlet, der viele Mädchen mit nach Hause brachte. Nesthäkchen Luke durfte alles. Dazwischen Owen, der ein bisschen zu kurz kam und um Aufmerksamkeit rang. Er spielte mal den Klassen-Clown, mal den Störenfried. „Aber nichts Kriminelles“, versichert er. Trotzdem gelang es ihm, in der 10. Klasse von der Schule zufliegen. Den Abschluss holte er an einer beinharten Militärakademie nach. Owen wollte Literatur studieren. An der Universität von Austin traf er einen Seelenverwandten,der ihm half, seine Energie in geordnete Bahnen zu lenken: Sein Zimmergenosse Wes Anderson, Typ blasser Intellektueller mit Kassenbrille, wurde Owens Mentor und blieb bis heute sein bester Freund. Gemeinsam tüftelten sie ein Drehbuch aus.

Promotion
Anzeige
1 von 3
Schlagworte
Film | Stars | Lifestyle
Autor
Ulrike Schröder