Kultur

Alkohol Cheers! Auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol

Mneschen stoßen an

Wir trinken auf gute Freunde und all die Verflossenen

Freitags, nach der Arbeit treffe ich mich regelmäßig mit meinen beiden langjährigen Freundinnen Sandra und Jenny  bei mir zu Hause. Bei Käse, Trauben und Salzstangen quatschen wir über Gott und die Welt, regen uns über unseren Chef auf und schwärmen von der neuen Prada-Tasche. Richtige Frauengespräche eben. Aber nicht nur die Gesprächsthemen fließen ohne Punkt und Komma – auch der Alkohol. Angestoßen wird mit einem Schlückchen Sekt – unserem Lieblingsgetränk. Und zu Käse und Trauben schmeckt einfach ein guter Rotwein am besten. Je länger der Abend – Sie können es sich schon denken – und wir bleiben meist nicht bei einer Flasche. Irgendwann sind wir an dem Punkt angelangt, an dem wir uns lachend in den Armen liegen und uns über die Löcher in dem Käse minutenlang und unter Bauchkrämpfen kaputt lachen könnten. Ja, aber manchmal, da bringen uns genau diese Löcher auch zum kollektiven Weinen. 

Alkohol – das liebste legale Rauschmittel der Deutschen

Auf anschauliche Weise beschreibt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. den durchschnittlichen deutschen Pro-Kopf-Verbrauch beim Alkohol: 325 Flaschen Bier, 27 Flaschen Wein, 5,5 Flaschen Schaumwein und 7 Flaschen Schnaps konsumiert der Deutsche im Schnitt.

Alkohol zählt demnach also zu dem liebsten legalen Rauschmittel der Deutschen. Gut zu wissen also, dass Sandra, Jenny und ich nicht die einzigen sind, die sich regelmäßig mit einem edlen Schlückchen die Kante geben. Aber warum muss es ausgerechnet der gute alte Alkohol sein, mit dem man versucht, sich in eine klein bessere Welt zu beamen? Warum setzen wir uns nicht an unserem wöchentlichen Mädels-Abend an einem Tisch und kauen stattdessen Mohnsamen oder schnüffeln an Weihrauch?

Die unterschiedliche Aufnahme von Alkohol

Frauen und Alkohol
Frauen und Alkohol

Manche denken gleich „Droge“, aber ich hab’ doch nur einen harmlosen Prosecco geschlürft!

Ganz einfach: Alkohol haut einfach rein. Schnell und mit 100 prozentiger Gewissheit. Denn sofort nach der Aufnahme von Alkohol gelangt es über die Mundschleimhaut, die Speiseröhre und über die Magenschleimhaut ins Blut. Dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich der Alkohol gleichmäßig in alle Organe verteilt und uns betäubt. Wie schnell Hochprozentiges jedoch von unserem Körper aufgenommen wird, hängt damit zusammen, wie viel Fett und wie viel Wasser anteilmäßig im Körper enthalten sind. Fakt ist nämlich, dass sich Alkohol besser in Wasser als in Fett löst. Die Blutalkoholkonzentration und somit die Promille-Zahl hängt daher also im Wesentlichen von der Menge des Körperwassers ab. Kein Wunder also, dass das Fliegengewicht Jenny schon nach dem zweiten Glas Sekt wankend zur Toilette schleicht und Sandra, ein vollbusiger Kurven-Vamp, erst nach der zweiten Flasche.

0,2 bis 0,5 Promille: Der Körper reagiert

Bereits bei unserem Begrüßungs-Sekt (200ml), mit dem wir auf alles Mögliche anstoßen, zeigen sich in meinem Körper erste Auswirkungen: Die Atmung und der Puls werden schneller, die Blutgefäße direkt unter der Haut weiten sich und mir wird warm. Eigentlich ja gar nicht mal so schlecht oder? Ich meine, wenn ich Sport treibe, äußern sich doch auch dieselben Symptome, oder? Tja, würde es ja auch nur bei diesem einen Glas bleiben, ist das Ganze vielleicht auch gar nicht mal so dramatisch. Aber ...

0,5 bis 1 Promille: Die Einschränkungen werden stärker

... wäre da nicht noch der rote Sorgenbrecher, mit dem wir weitermachen. Ich merke, dass ich an unserem Abend mit Sicherheit doppelt so oft auf Klo renne als sonst. Auch verspüre ich ein tiefes Loch in meiner Magengrube – Hunger! Ein leckerer Schokoriegel liegt vor mir und ich könnte ihn nur so in mich hinein stopfen. Als ich pflichtbewusst auf die Kalorienzahl des Riegels schauen will, merke ich, wie alles verschwimmt. 200, 300 oder doch 400 kcal?! Mist, ich kann es einfach nicht erkennen. Der berühmt-berüchtigte Tunnelblick hat nach etwa einem Glas Sekt und einem Glas Wein bei mir eingesetzt ... Ich fange an zu schmunzeln. So ein Tunnelblick ist ja witzig ... Ich merke, wie ich vor Lachen anfange los zu grölen! Ich will meine Freundin Sandra am Arm greifen - verfehle aber aus einem unerklärlichen Grund und lande im Leeren.

1 bis 2 Promille: Der Körper wehrt sich

Auf so eine gute Stimmung stoßen wir an. Und weil es wirklich so witzig ist, noch ein zweites und drittes Mal. Wobei sich beim dritten „Cheers“ die Gläser schon gar nicht mehr berühren, so stark hat unsere Koordination nachgelassen. Wie gut, dass man bei Shots nicht anstößt. Ich blicke meine liebste Jenny an: Sie hat Tränen in den Augen und stammelt etwas von Ex-Freund, Trennungs-Schmerz und schlechtem Sex. Aber dass jetzt der Punkt ist, an dem ich sie eigentlich trösten sollte, bemerke ich nicht mehr. Stattdessen sage, oder besser gesagt, lalle ich: „Duhu has aber eine ko... ko... lomische Fahne äh Farbe im Gesicht.“ Was ich eigentlich damit sagen wollte, ist, dass meine Freundin ein ganz schön rotes Gesicht hat. Und große Pupillen auch. Meine Augen fallen mir zu und ich werde immer schläfriger. Doch plötzlich hält mich ein Gefühl davon ab, auf der Stelle die Augen zu schließen und mich in das Land der Träume zu begeben. Da ist diese penetrante Übelkeit, die in mir aufsteigt wird immer schlimmer wird. Ich habe das Gefühl, mein Magen dreht sich gleich um. Meiner Freundin Sandra geht es scheinbar genau so – viel wahr nehme ich nicht mehr, aber hören kann ich es noch, wie sie im Bad alles aus sich heraus spuckt. „Hoffentlich nicht auf meinen schönen neuen Teppich“, denke ich mir noch im Stillen und übergebe mich in meine vererbte Designer-Vase. Ich glaube, wir brauchen Ihnen nicht verraten, wie schlecht wir uns am morgen danach fühlen.

Jeder Abend endet bei uns nicht so, aber einige schon. Bei 2 Promille war bei uns bisher immer Schluss. Wir kennen unsere Grenzen genau. Denn wer zwischen 2 und 3 Promille im Blut hat, riskiert einen Atemstopp, ein Koma oder gar einen Herzstillstand, der lebensbedrohlich bis tödlich enden kann.

Die Folgen für die Leber

Frauen Party Trinken
Party ist prima - aber trinken wir zu viel?

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen! Jeden Abend stehen wir da in fröhlicher Runde mit einem Glas Crémant in der Hand.

Am meisten Leid bei einem übermäßigen Alkohol-Konsum trägt unsere Leber. Sie ist unser Entgiftungsorgan und muss die ganzen Cocktails und Shots, die wir uns in Massen eingeflossen haben, abbauen. Damit ist sie so beschäftigt, dass Sie beispielweise aufgenommenes Fett unbearbeitet lässt. Das kann auf Dauer zu einer Leberverfettung und zu Fettstoffwechselstörungen mit ungünstigen Cholesterinwerten führen. Außerdem wird das zarte Gewebe der Leber von den Abbauprodukten des Alkohols mit der Zeit vernarbt. Im schlimmsten Fall kann sogar Krebs entstehen.

Verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol

Welches Leid wir mit Alkohol unseren Organen eigentlich antun, wissen die Wenigsten, oder verdrängen es erfolgreich. Sandra, Jenny und ich auch. Aber spätestens am nächsten Morgen bei einer weniger lustigen und vor allem nie endenden Karrussellfahrt mit unserem Kater wünschen wir uns, ein Moralapostel hätte uns früher gewarnt. Ab jetzt achten wir jedoch penibel darauf, nicht mehr als ein Glas Sekt und ein Glas Wein an unserem Abend zu trinken. Klar, gibt es auch ein paar Ausnahmen, aber unser Ziel ist es, bewusst und verantwortungsvoll zu trinken. Denn sind wir mal ehrlich, Bombenstimmung haben wir doch auch ganz ohne Alkohol.

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Schlagworte
Ernährung | Lifestyle
Autor
Jessica Kuch