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Gossip Beth Ditto im Interview

Beth Ditto

Man hört Beth Ditto, 31, bereits auf dem Flur des Londoner Luxushotels, wo sie und ihre Bandkollegen Hannah Blilie (Schlagzeug) und Brace Paine (Gitarre) das neue Gossip-Album „A Joyful Noise“ vorstellen. Ditto scherzt in einer Tour, immer wieder lacht sie laut. Und das macht mich mutig – ich frag sie einfach: ob sie sich zu fett fühlt, mal ein Baby will und sich vorstellen könnte, Sex mit einem Mann zu haben …

PETRA: Beth, was freut Sie denn so?

BETH DITTO: Hasen (sie sagt das Wort auf Deutsch). Wir diskutieren darüber, ob die Deutschen ihre Hasen essen.

Ich würde niemals einen essen, da ich als Kind ein Kaninchen hatte.

You had a Hasen. Hasen sind so niedlich, nicht wahr? Wie hieß er?

Florian. Obwohl er ein Weibchen war.

(Lacht) Dein Hase war ein Transvestit.

Wir sollten langsam zum Thema …

Ich will gleich Hühnchen mit Käse essen gehen. Superlecker (wieder auf Deutsch). Die Maschine muss gefüttert werden, sonst kann sie nicht mehr reden und fängt an zu stottern.

A JOYFUL NOISE

Wer dachte, mit dem Überhit „Heavy Cross“ hätte das Trio aus Portland sein Melodien-Pulver verschossen, kann aufatmen: Die neuen Songs haben massig Energie und gehen sofort ins Ohr.

Achten Sie sehr darauf, was Sie essen?

Viel mehr, als die Leute denken. Nur weil ich fett bin, muss ich mich ja nicht beschissen ernähren. Ich versuche Zucker zu vermeiden, weil der nicht gut ist.

Träumen Sie denn manchmal davon, dünn zu sein?

Noch nie. Ich möchte keine andere Figur haben. Als Jugendliche war ich mal krank und hatte dadurch stark abgenommen. Damals war ich sehr unglücklich, und ich denke, diese Kombination hat sich in meinem Gehirn verankert. Ich liebe mich, wie ich bin, und werde ja auch von anderen genau so geliebt …

… etwa von Karl Lagerfeld. Sie gelten als dessen Muse und waren schon oft auf seinen Modenschauen zu Gast …

Ich tauche gerne dort ein, ich tauche dann aber auch gerne wieder auf. Fashion ist ja nicht direkt eine Branche, die Frauen guttut. Seximus ist weitverbreitet, ein gestörtes Verhältnis zur Ernährung fast Bedingung.

Und dennoch sind Sie von der Fashion-Welt fasziniert. Warum?

Ich weiß es nicht genau, ich glaube, die Disziplin dieser Mädchen, das alles durchzuziehen. Gleichzeitig gucken die Models vielleicht auf mein Leben als Musikerin und denken, ,Wow, die hat es gut‘. Insofern gibt es mehr Parallelen zwischen der Modewelt und der Musikwelt, als man erst so denkt.

Und wie kommen Sie mit Ihrer eigenen Berühmtheit zurecht ?

Es ist ein großer Vorteil, dass sich unsere Landsleute einen Dreck für uns interessieren. In den USA haben wir jedenfalls keinen Erfolg …

… was kaum zu glauben ist …

Zu fett, zu lesbisch, zu vorlaut, was weiß ich. Deshalb ist Portland, wo wir leben, ein wunderbarer Rückzugsort für ein ganz normales Leben – und für leckere Suppe mit großen Krabben drin. Ansonsten habe ich mir selbst gewisse Regeln gesetzt, die mir helfen sollen, mit dem Ruhm umzugehen.

Sagen Sie doch mal …

Mich niemals zu googeln, auf keinen Fall zu viele Drogen zu nehmen, am besten überhaupt keine. Und verdammt noch mal nach Hause zu gehen, sobald sich die Gelegenheit bietet. Es gibt nichts Bodenständigeres, als durch die Tür zu kommen und deine Mutter sagen zu hören: „Beth, du stinkst, geh mal in die Badewanne.“

Das ist schon vorgekommen?

Natürlich. Ich wuchs mit zwei Schwestern auf, der Ton bei uns ist rau. Ich bekomme oft genug ein herzliches „Halt’s Maul“ entgegengeschleudert. Überwiegend verdientermaßen.

Weil Sie gerne und viel reden?

Ich war immer schon laut und selbstbewusst. Als Kind in der Schule sollte ich meistens den Ärger abkriegen, was dann aber nie passierte. Ich bin nämlich mit einer tollen Gabe gesegnet: Ich kann mich aus jeder noch so ausweglosen Situation rausquatschen. Ich habe es meinen Lehrern wirklich sehr schwer gemacht, mich nachsitzen zu lassen.

Das können wir uns gut vorstellen, und auch, dass Sie wahrscheinlich viel Party machen, stimmt’s?

Nein. Aber wenn, dann heftig. Ich bleibe gerne zu Hause auf dem Sofa und gucke diese mysteriösen, verschachtelten Krimiserien, wie sie die Engländer oder die Skandinavier so gut machen.

Zusammen mit Ihrer Freundin Kristin, oder sind Sie nicht mehr zusammen?

Klar. Seit mehr als zwei Jahren jetzt. Läuft fantastisch. Gerade vor ein paar Monaten haben wir beschlossen, dass wir auf jeden Fall Kinder haben wollen. Sogar die Namen stehen schon fest: Myra Lynay und Yoko Chanel – also, sofern es zwei Mädchen werden. Diese Sache wie du mit deinem Hasen, das machen wir lieber nicht (lacht).

Möchten Sie die Kinder austragen?

Ja, gerne. Ich kann es kaum noch abwarten und denke, 37 wird ein gutes Alter dafür sein. Ein paar meiner Freundinnen sind jetzt mit 40, 41 Mutter geworden. Das ist mir einen Tick zu spät.

Gibt es eigentlich auch Männer, bei denen Sie schwach werden könnten?

Ich habe diese Obsession, was den Rapper Lil Wayne angeht. Der ist echt ein feiner Kerl und unheimlich sexy. Ich glaube, wenn ich ihn träfe, würde ich mir spontan meine Hose ausziehen.

Käme es bis zum Äußersten?

Hmmm, im Bett kann ich ihn mir komischerweise dann doch nicht vorstellen. Eher so zum Knuddeln.

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