Leselounge

Tipps Der Traum vom Schreiben

Einmal ein Buch schreiben! Das wünschen sich viele Frauen. Sie haben auch schon eine Idee, aber wissen nicht wie Sie loslegen sollen? Die Expertin Ann-Kathrin Schwarz hat uns tolle Tipps gegeben. Noch mehr finden Sie unter www.bonnerweiss.de und www.attraktive-texte.de.

Frau mit Buch auf einer Wiese
   

7 goldene Schreibregeln

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Ann-Kathrin Schwarz kennt die Welt der Bücher von zwei Seiten: Nach dem Studium arbeitete sie in mehreren großen deutschen Publikumsverlagen als Lektorin und hat selbst unter dem Pseudonym Anne Weiss mehrere Sachbücher geschrieben. Eines davon ist der Bestseller Generation Doof, laut Spiegel unter den Top 20 der meistverkauften Bücher des letzten Jahrzehnts. Zuletzt leitete sie mit ihrem Kollegen und Co-Autor Jan F. Wielpütz zusammen eine verlagseigene Schreibschule. Inzwischen haben sich beide als freie Autoren, Ghostwriter, Übersetzer und Textredakteure in Köln selbständig gemacht.

1) Lesen Sie! Ein häufig gehörter Satz in Schreibseminaren ist „Seitdem ich Autor bin, lese ich nicht mehr. Ich will mich nicht zu sehr von anderen beeinflussen lassen!“ Doch wer wissen will, wie erfolgreiches Schreiben am besten funktioniert, der spickt. Und zwar nicht mit Copy & Paste – schauen Sie sich lieber an, welche Texte Ihrer Lieblingsschriftsteller Sie selbst total in Verzückung versetzen, und warum. Was lesen Sie gerne, wo geht Ihr Herz auf? Wenn Ihnen eine bestimmte Figurenkonstellation gefällt oder ein besonders spannendes Setting, überlegen Sie, warum das so ist – und bauen Sie es in Ihren nächsten Text ein. Wenn Sie eine Szene besonders berührt hat, nutzen Sie die Mittel, mit denen die Autorin oder der Autor bei Ihnen auf die Tränendrüse gedrückt hat. Lernen Sie von Ihren Vorbildern – und denken Sie Ihrerseits beim Schreiben an den Leser!

2) Gehen Sie niemals ohne einen Notizblock aus dem Haus! Die Ideen kommen, wann Sie wollen – und nicht immer in der richtigen Reihenfolge. Seien Sie vorbereitet – notieren Sie das, was Ihnen einfällt, sofort. Sie werden sehen: Bald haben Sie einen ganzen Strauß von tollen Gedanken beisammen, die Ihnen auch helfen, wenn der Schreibfluss mal stockt.

3) Schmieden Sie einen Plan. Manche Autoren reservieren eine ganze Wand in ihrer Wohnung für ihre Geschichte. Dort sammeln sie alles über die Exposition, den Spannungsaufbau, die Figuren, überraschende Wendungen und das Ende. Soweit müssen Sie nicht gehen, wenn Ihnen der Platz fehlt – auch ein einfaches Word-Dokument kann zur Sammelkiste werden. Aufzuschreiben, wie der Hase läuft, ist immens wichtig: Das Beste, was uns beim Schreiben passieren kann, ist ein gut durchdachtes Exposé! Darin sollten Sie sich den Ablauf Ihrer Geschichte so klar machen, dass Sie später seltener ins Stocken kommen. Sicher, es kann passieren, dass die Charaktere sich zwischendrin mal selbständig machen, wenn wir im Flow sind, aber ehrlich: Es wird Ihnen dann sehr viel seltener passieren, dass Sie in der Mitte der Handlung Ihres eigenen Krimis die Krise kriegen, weil Sie verzweifelt miträtseln, wer denn wohl der Täter sein könnte ...

4) Beachten Sie die Regeln! Gerade, wer Genreliteratur schreiben möchte – also das, was in Stapeln in der Buchhandlung liegt: Historische Romane, Krimis, Thriller, Liebesromane – sollte seine Konkurrenz und die Regeln des jeweiligen Genres kennen. Ein Liebesroman hat nun mal ein Happy End, in einem Krimi sterben Leute. Wer diese Grundregeln nicht beachtet, muss sich nicht wundern, wenn sich niemand für sein Manuskript interessiert. Lesen Sie die Bücher, die derzeit besonders erfolgreich sind. Sind Sie enttäuscht, wenn der Mörder im Krimi gar nicht gefunden wird? Check – dann machen Sie es in Ihrem Roman besser! Ist Ihnen die tollpatschige Heldin in einer Romantischen Komödie besonders sympathisch? Fragen Sie sich, woran das liegt und was Sie sich davon abschauen können. Bringt Sie der Krimi um den Schlaf? Wenn er Sie eher einschläfert – überlegen Sie, was Sie besser machen könnten …

5) Erwecken Sie Ihren Text zum Leben: Benutzen Sie sprechende Verben! Wer wissen will, wie sich das anfühlt, liest Stephen King - er ist ein Meister darin. Seien Sie skrupellos, wenn es um Gefühle geht: Sprechen Sie in jeder Szene mindestens drei Sinne an und überlegen Sie, mit welchen Bildern und Vergleichen Sie den Leser in Ihre Welt entführen können. Entschachteln Sie lange Sätze und versuchen Sie möglichst wenige Adjektive zu verwenden. Streichen Sie Füllwörter und verwenden Sie nicht zu viele Substantive. Und denken Sie daran: Jedes einzelne Kapitel sollte einem Spannungsbogen folgen – nicht nur der Roman insgesamt!

6) Write, read, revise, repeat! Und zwar erst mal, ohne auf Rechtschreibung und Schönheit zu achten. Lassen Sie sich nicht stören. Für diese kreative Kopfarbeit ist es von allergrößter Wichtigkeit, am Stück zu arbeiten. Erst dann kommen Sie in den rechten Fluss, um die Figuren und die Geschichte lebendig zu gestalten. Lassen Sie den Text dann etwas liegen, lesen Sie ihn erneut genau und machen Sie Anmerkungen. Schließlich kommt der Schritt, der genau so wichtig ist wie das Schreiben selbst: das Überarbeiten. Gute Tipps dafür gibt der Schriftsteller Andreas Eschbach auf seiner Homepage: www.andreaseschbach.de

7) Glauben Sie an sich und an Ihre Geschichte. Schreiben ist ein harter Kampf, den man erst mal mit sich selbst ausficht. Auf Ihrem Weg wird es Momente geben, an denen Sie in die Tastatur beißen oder den Stift in die Ecke feuern wollen. Wenn Ihnen Ihre Geschichte und die Figuren daran am Herzen liegen und Sie schreiben wollen: Verlieren Sie nicht den Mut! 

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