Wellness

Vitamin D Das Glücks-Vitamin D

Es soll ja Menschen geben, die sich im Winter eine Taschenlampe vor das Gesicht halten, damit ihr Körper das Glücks-Vitamin D produziert. Ist natürlich Unsinn. Nur Sonnenstrahlen und die richtige Ernährung bringen etwas. Aber brauchen wir wirklich eine Extraportion?
  

Madonna würde nicht lange fackeln. Schließlich betont die Sängerin immer wieder, dass sie ihren Forever-young-Look regelmäßigen Vitamin-Shots verdankt. Sogar einigen Kollegen verpasste sie schon eine Spritze in den Po, wie zum Beispiel Justin Timberlake der bei gemeinsamen Studioaufnahmen schwächelte. Keine Frage: Würde man Madonna Studien vorlegen, die uns einen kollektiven Vitamin-D-Mangel bescheinigen, würde sie sämtliche Vorräte aufkaufen und die Musikbranche damit eindecken. Schließlich macht der Stoff glücklich, stärkt die Knochen und soll zudem vor Krankheiten schützen. Doch müssen wir tatsächlich zu Ampullen und Pillen greifen, um ausreichend versorgt zu sein – obwohl durch Sonnenlicht bis zu 90 Prozent des benötigten Vitamin D in der Haut gebildet werden und es auch im Essen steckt? Wir haben für Sie alle wichtigen Fakten zusammengetragen.

Allzweckwaffe oder Mode-Vitamin?

Man kennt das ja: Andauernd wird irgendein neuer Gesundheitstrend beworben. Mal ist es der Blutdruck, der mit dem iPhone kontrolliert werden soll, mal eine tropische Superbeere, die angeblich die Pfunde purzeln lässt. Und jetzt ist es eben Vitamin D, das wir zum Glück brauchen. Die Calciferole, wie man die Vitamine der D-Gruppe auch nennt, sind – erwiesenermaßen – notwendig, damit Kalzium und Phosphat in den Knochen eingelagert werden können, und sorgen dadurch für ein belastbares und stabiles Skelett. Wenn nicht genug davon zur Verfügung steht kann es bei Kindern und Jugendlichen zu Knochenverformungen (Rachitis) kommen, bei Erwachsenen zu Knochenerweichung (Osteomalazie) und Knochenschwund (Osteoporose) mit erhöhter Bruchgefahr. Aber zurück zu den guten Nachrichten: Auf der Wirkungsliste des Vitamin D steht ebenso, dass es die Ausschüttung von Glückshormonen ankurbelt und (Winter-)Depressionen vertreibt. Einige Wissenschaftler sind auch der Ansicht, das es unter anderem Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt.

Von wegen Nordlichter...

„Am besten wäre es, Brot mit Vitamin D anzureichern“, so Michael Amling, Direktor des Instituts für Osteologie und Biomechanik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Seine Studie zeigte, dass bis zu 80 Prozent der Hanseaten ein Defizit an Vitamin D aufweisen. Ein Problem, das hauptsächlich die Norddeutschen betrifft, die noch weniger Sonne abbekommen als der Rest der Republik? Offenbar nicht. Auch bei mehr als der Hälfte aller Frauen und Männer, die an einer bevölkerungsrepräsentativen Untersuchung des Robert Koch-Instituts teilnahmen, lag der Vitamin-D-Blutspiegel unter der wünschenswerten Konzentration von 50 Nanomol pro Liter. Und: Im Winter lagen die Werte deutlich niedriger als im Sommer. In unseren Breiten steht die Sonne in der kalten Jahreszeit so tief am Himmel, dass ihre UV-B-Strahlung eine derart weite Strecke durch die Atmosphäre zurücklegen muss, dass kaum etwas davon auf der Erdoberfläche ankommt. An trüben Tagen ist es noch weniger. Nur etwa von April bis September scheint hierzulande die Sonne intensiv genug, um unseren Vitamin D-Bedarf zu decken. Immerhin: Wer sich in den warmen Monaten viel draußen aufhält, den Schreibtischstuhl, sooft es geht, gegen eine Sonnenliege tauscht oder häufig in tropische Gefilde reist, kann das Vitamin speichern und im Winter von den Vorräten zehren. Die Faustregel: Mehrmals wöchentlich circa 20 Prozent der Körperoberfläche, etwa Gesicht, Handrücken und Unterarme, ein paar Minuten der Sonne aussetzen.

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