Fitness

Das Workout mit dem Om Unser kleines Yoga-Pilates-ABC

Entspannung, Body-Styling und Fitness in einem: Das neue Yoga-Pilates stärkt zugleich Seele und Körper. Unsere Trainings-DVD zeigt die besten Übungen, unser ABC klärt die wichtigsten Begriffe

Yoga und Pilates
   

Ja, so sind wir Westler: Immer wollen wir alles, und zwar sofort – auch beim Yoga. Ein kurzer Blick auf den Traum-Body der Trainerin, und schon denken wir „Super,Yoga ist genau mein Ding!“. Doch dann staunen wir nicht schlecht, wenn zu Beginn des Workshops Mantrasingen ansteht: „Ong Namo Guru Dev Namo“! Und nach einigen Schwindel erregenden Atemübungen zweifeln wir, ob wir hier richtig sind. Wer mit Yoga schnell die Figur in Form bringen will, ist auf dem Holzweg. Yogis interessieren sich weniger für flache Bäuche als für tiefe Spiritualität. Anders Pilates. Hier geht es vor allem um den flachen Bauch, oder genauer gesagt: ums Powerhouse, wie beim Pilates der Muskelbereich der Körpermitte heißt. „The art of contrology“ nannte Joseph Pilates die ursprünglich rein therapeutische Trainings- Methode mit den präzisen, extrem kontrollierten Bewegungen. Muskelkater statt Meditation. Mittlerweile gibt es eine Vielfalt von Verrenkungs-Techniken für jeden Typ, von Lach- bis Power-Yoga. Welche Methode am besten zu Ihnen passt, verrät unser New-Yoga-ABC. Der neueste Trend aber ist Yoga-Pilates, die ideale Kombination aus Gymnastik und Geistestraining, die den Körper strafft und den Kopf entspannt. Und weil wir Westler immer alles wollen, erhalten Sie auf unserer PETRA-DVD einen Kurs in Yoga-Pilates (s. S. 86). Auf die Plätze, fertig, Om...

Ashtanga- oder Power-Yoga ist eine schweißtreibende Angelegenheit: Statt ruhiger Bewegungsfolgen stehen hier schnelle Abläufe und Dehnungen bis an die Schmerzgrenze an. Madonna schwört darauf: Nach der Geburt von Lourdes brachte sie sich dank Ashtanga wieder in Top- Form – und entdeckte das „immaterial girl“ in sich. Denn obwohl Ashtanga als das Aerobic unter den Yoga-Varianten gilt, spielt der spirituelle Aspekt ebenfalls eine Rolle.

Bikram Choudhury, indischer Meister, entwickelte die heißeste New-Yoga-Schule: Beim Bikram-Yoga werden 26 klar definierte Übungen bei einer Raumtemperatur von über 35 Grad ausgeführt. Die Wärme macht den Körper geschmeidig, ist aber nichts für schwache Herzen! Wer fit ist, kann hier sehr intensiv trainieren und in relativ kurzer Zeit extrem viel erreichen. Ideal also für alle mit vollem Terminkalender

Contrology – die Lehre der Kontrolle – nannte Joseph Pilates sein sportliches Ideal. Nicht ohne Grund: Zunächst wollte Pilates mit den Übungen die Macht über seinen eigenen, durch Asthma und Rachitis stark gehandicapten Körper erlangen, später feilte er an seiner Therapie, um Gehbehinderte zu trainieren. Man merkt: Hier geht es nicht um Wohlfühlsport, sondern um eine sehr ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Körper.

Fitness dank klassischem Yoga? Aber sicher: Die sogenannten Asanas, also jene Körperhaltungen, die im Grunde nur die Atem-und Meditations Übungen unterstützen sollen, können ein sehr hohes sportliches Niveauerreichen. Wer ein paar Malschwung voll die wohl berühmteste Asana-Folge absolviert hat, nämlich den Sonnengruß („Surya namaskara“), wird dies bestätigen. Allerdings erst, sobald er wieder zu Atem gekommen ist.

Gähnen hat beim Yoga und Pilates eine besondere Bedeutung: Yogis nennen es „Devadatta“, einen Schub von Lebensenergie, der den müden Körper munter macht (wenn Sie also das nächste Mal in einer Konferenz gähnen müssen, tun Sie sich keinen Zwang an: Beteuern Sie einfach, Sie machten Yoga). Die Art, wie wir beim Gähnen Luft holen – vor allem über den Brustkorb – kommt wiederum der idealen Atemtechnik beim Pilates sehr nahe: Hier sollen sich die Rippen beim Einatmen zu den Seiten, nach vorn und nach hinten öffnen.

Hatha-Yoga ist die im Westen bekannteste Yoga-Schule. Sie betont die körperliche Seite, also die Haltungs- und Atem-Übungen, und kommt einer Sportart sehr nahe – wohl der Grund,weshalb es für Hatha-Kurse von Krankenkassen die großzügigsten Zuschüsse gibt. Je nach Vorliebe kommen beim Hatha-Yoga auch Hilfsmittel wie Bänder oder Gurte zum Einsatz, ähnlich wie beim Pilates oder Iyengar-Yoga.

Iyengar-Yoga, eine relativ neue, westliche und körperbetonte Yoga-Schule, ähnelt in vielerlei Hinsicht dem Pilates – auch hier erleichtert man Einsteigern die Übungen mit Accessoires wie Gurten und Blöcken.WeitereGemeinsamkeit: Beim Iyengar-Yoga wird besonders viel Wert auf die perfekte Ausführung der Übungen gelegt. Jivamukti-Yoga ist schwer angesagt, kommt aus New York (woher auch sonst) und hält zu den Körper-Übungen, der Meditation und dem Atmen immer die passende Musik bereit. Das kann dann auch mal HipHop sein.

Kundalini-Yoga fordert den Körper zwar mit sehr dynamischen Übungen, gilt aber eher als der spirituelle Leistungkurs unter den populären Yoga-Formen. 1968 durch Yogi Bhajan in den Westen importiert, nehmen Mantras und Meditation, tantrisches und esoterisches Gedankengut bei den Übungen einen großen Raum ein.

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Schlagworte
Lifestyle | Sport | Wellness | Yoga
Autor
Angelika Brodde