Abnehmen

Abnehmen Den Stoffwechsel ankurbeln

Im Frühjahr reden wir ja gerne davon, den Stoffwechsel „auf Trab zu bringen“ und zu „entschlacken“. Aber geht das überhaupt – und wenn ja, wie? PETRA kennt die Antwort.
Frau Versuchung
  

Die Armee von Weihnachtsmännern war noch nicht mal verdaut, da stürmte schon die Invasion der Osterhasen heran... ganz zu schweigen von all den Verlockungen zwischen den Festtagen. Eine gute Idee also, jetzt den Stoffwechsel zu pushen und damit unseren Körper frühlingsschön zu machen. Was viele von uns kennen und manche schon nach den Feiertagen in Tablettenform ausprobiert haben: Enzyme aus Ananas und Papaya, die angeblich durch ihren hohen Eiweißgehalt die Fettzellen kaltstellen. Wenn das doch nur schon mal jemand richtig nachgewiesen hätte... Höchste Zeit für ein paar Wahrheiten und Tipps, auf die wir uns wirklich verlassen können.

Wie war das denn jetzt mit dem Stoffwechsel?

Der beginnt zwar mit der Verdauung, reicht aber viel weiter – über die Verteilung von Nährstoffen im Blut bis hin zu ihrer Umwandlung in der einzelnen Zelle. Gesteuert wird dieser Prozess durch das Hormon- und Nervensystem. Hormone wie Insulin oder Adrenalin führen beim Stoffwechsel Regie, sie steuern, ob wir am Ende der Vorstellung Fett abbauen oder Lust auf Süßes bekommen. Es geht beim Stoffwechsel also um viel mehr als die Frage, was aus der gefrühstückten Butterstulle wird. Welche Hormone gibt zum Beispiel die Schilddrüse ab, haben wir tief und fest geschlafen, wie viel Tageslicht haben wir abbekommen? Und dann sind da noch Schadstoffe und Abbauprodukte, die im Körper bleiben und nicht ausgeschieden werden, und auch die beeinflussen wiederum den Stoffwechsel.

Gibt es Stoffwechsel-Typen?

Das steht außer Frage – schon deswegen, weil es bekanntermaßen Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes gibt. Auch Fett-, Eiweiß- und Mineralstoffwechsel können gestört sein. Und wer hat nicht mindestens einen Laktose- oder Fruktose-Intoleranten im Bekanntenkreis? Neue Analysemethoden wollen jedoch noch viel feinere und höchst individuelle Merkmale ausmachen. „Ackerbauern, Jäger und Sammler haben in unserer Vorgeschichte eigene Ernährungs- und Verarbeitungsmuster ausdifferenziert, die Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette unterschiedlich verwerten“, erklärt Kamilla Pyka, Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaftlerin. Auch wenn sich die Gruppen im Laufe der Jahrtausende munter vermischt haben: „Ihre genetischen Grundmuster lassen sich mit moderner Molekularbiologie auch heute noch nachweisen.“

Was steckt hinter einer Stoffwechsel-Diät?

Lange wurde ja unter dem Schlagwort „Stoffwechsel“- oder „Steinzeit“-Diät der Verzicht auf Kohlenhydrate propagiert: Fisch, Wild, Nüsse, Grünzeug, kurzum alles, was bei unseren Vorfahren auf den Steintisch kam, sollte uns fit, schlank und froh machen. Kamilla Pyka hält nichts von solchen Vereinfachungen. Sie arbeitet bei Cogap, einer Firma, die für Ärzte, Apotheken und Ernährungsberater die genetische Stoffwechselanalyse „MetaCheck“ anbietet. Für den Test wird ein Abstrich aus der Mundschleimhaut entnommen, deren DNA bei Cogap analysiert wird. Auf dieser Basis kann der Berater individuelle Ernährungs- und Fitnesspläne erstellen (ca. 350 Euro, Adressen auf www.cogap.de). „Wir unterscheiden zunächst einmal zwischen vier Meta-Typen: Der Meta-Typ Alpha kann im Vergleich zur Gesamtbevölkerung Eiweiße besser verstoffwechseln. Er verbrennt sie tendenziell schneller, während er Fette und Kohlenhydrate langsamer und eher in Fett umwandelt.“ Der Beta-Typ verarbeitet Eiweiße und Fette leicht, nicht aber Kohlenhydrate. Gamma verträgt Kohlenhydrate, nicht aber Eiweiße und Fette, Delta kommt mit Kohlenhydraten und Fetten gut zurecht, nicht jedoch mit Eiweißen. „Diese vier Meta-Typen kommen etwa gleich häufig vor, sie treffen jeweils auf 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung zu“, erklärt Pyka. Darüber hinaus sei die Verträglichkeit der einzelnen Nährstoffe jedoch individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt.“

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