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Body Die Ess-Verführer

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Sie sind sofort zur Stelle. Wie Pilze nach einem Regenguss. In der Sekunde, in der Sie sich entschließen, jetzt aber wirklich mal Ihr neues Ernährungskonzept umzusetzen, da tauchen sie überall auf: Diät-Saboteure, die alles daransetzen, um Ihren Plan zu torpedieren. Die Sie mit Ausreden befeuern, noch bevor Ihr eigener innerer Schweinehund „Äh, ist das nicht eigentlich mein Job?“ rufen kann. Und es gibt nicht nur eine Sorte davon. Wir stellen sechs typische „Ess-Verführer“ vor und erklären, wie Sie trotz aller Widerstände Ihr Ziel erreichen.

Die "Verschieb es auf morgen!"-Drängler
Sie sitzen an der Bar, Ihre Freundin erklärt in einer bewegenden Rede, dass wir alle viel mehr im Heute leben sollten. Sie endet mit der Frage: „Warum fängst du nicht morgen mit der Diät an?“ Und Sie? Stehen kurz davor, in Tränen auszubrechen, weil Sie sich plötzlich für die allerletzte Spaßbremse halten, der sie noch „Langweilig!“ auf den Grabstein meißeln werden. In Wahrheit denkt die Verführerin: „Jetzt bestell endlich einen Rotwein, damit ich mich mit meinem dritten Gin Tonic in der Hand nicht so schlecht fühle.“ Aufgepasst, hat die Trink-Verführerin Sie erst am Haken, wird sie Sie richtig abfüllen. Es sei denn, Sie widerstehen folgenden Argumenten: „Einmal ist kein Mal“, „Auf einem Bein kann man nicht stehen“ oder „So jung kommen wir nicht mehr zusammen“.

Die Möchtegern-Weltverbesserer
„Es gibt Menschen, die haben nichts zu essen, und du lässt die Hälfte auf dem Teller liegen.“ Ein Satz wie dieser fällt gerne im Kreis der Familie. Er stammt ursprünglich von irgendeiner Uroma, die im Krieg hungern musste, und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Mit Logik („Es sterben ja nicht weniger Leute an Hunger, nur weil ich meinen Erbseneintopf aufesse“) kommt man gegen diesen doofen Satz nicht an. Im Gegenteil. Irgendwann erwischt man sich, wie man ihn zu seinen Kindern sagt, bevor man sich ihre vergammelten Pausenbrot-Reste in den Mund stopft.

Die "Juhuu! Lecker Kuchen!"-Kollegen
Zu den Mysterien der Menschheit zählen sehr schlanke Frauen, die am Wochenende wahnsinnig gerne backen. Montags bringen sie eine Wagenladung aufwendig dekorierter Cupcakes für ihre Kollegen mit. („Ach, ist doch nix Besonderes. Ich wollte einfach dieses Rezept ausprobieren. Ich stell die Cupcakes für alle in die Teeküche.“) Selbst wenn man es schafft, dreimal an den Kalorienbomben vorbeizugehen, ohne zuzugreifen, wird man spätestens beim vierten Mal schwach. Warum? Weil sie da stehen.

Der Mann mit der Chipstüte auf Ihrem Sofa
„Walking Dead“-Abend. Sie haben sich zum Knabbern schon mal vorsorglich Gurken und Möhren klein geschnippelt. Dann setzt sich Ihr Liebster zu Ihnen auf die Couch und reißt mit einem knisternden Geräusch die Chipstüte auf. Sie knuspern mit Möhren dagegen an. Er knistert und knackt. Er hat ja auch einen Stoffwechsel wie ein 15-jähriger Teenager. Erst sind Sie neidisch, dann wütend. Und kurz bevor Sie die Tüte über seinem Kopf ausleeren, kommt gerade die voll spannende Stelle, wo der Zombie die Axt schwingt und ... Sie sich zur Beruhigung schnell eine Handvoll Chips in den Mund stecken müssen. Notfall, ganz klar.

Die Falsche-Komplimente-Macher
„Wo willst du denn abnehmen? Ist ja lächerlich.“ Kommt der Satz von Ihrer Mutter? Von Ihrem Nachbarn mit der Sehschwäche? Oder von der Freundin, die vielleicht selber ein paar Kilos zu viel auf den Hüften hat? Ignorieren Sie ihn. Kommt der Satz von Ihrem Fitnesstrainer? Brechen Sie bitte sofort Ihre Diät ab.

Die "Habe ich nur für dich gemacht!"-Erpresser
Obwohl Sie angekündigt haben, kein Fleisch mehr zu essen, steht bei der Dinnerparty ein Rinderbraten auf dem Tisch. Begründung des Gastgebers: „Den mochtest du doch immer so gerne, dafür bin ich jetzt quer durch die Stadt zu diesem Bio-Metzger gefahren.“ Der Gastgeber fuchtelt wütend mit dem Tranchiermesser, die anderen Gäste werfen Ihnen einen „Na toll!“-Blick zu und Sie legen sich eine Scheibe Braten auf den Teller. Sicher ist sicher.

Und so schaffen Sie es trotzdem
Die gute Nachricht vorneweg: Unser Umfeld muss uns gar nicht unterstützen, wir können unsere Ziele sehr gut alleine erreichen. Klar ist es toll, wenn Partner oder Freunde uns auf die Schulter klopfen. Oder wir uns einer Gruppe von Gleichgesinnten anschließen, die uns in unserem Anliegen bestärkt. „Aber um mein Verhalten nachhaltig zu ändern, muss die Motivation aus mir selber kommen“, erklärt der Autor und Mentaltrainer Christian Bischoff (christian-bischoff.com). Wie das genau funktioniert? „Man muss sich ständig mit dem Thema beschäftigen. Viel lesen und darüber reden, damit man mehr Wissen bekommt. Eine Änderung der Gewohnheiten findet nur statt, wenn man sich ein tieferes Bewusstseinslevel schafft.“ Wichtig sei es auch, sich ein klares Ziel zu setzen und vor allem die Frage nach dem Warum zu beantworten: Warum will ich fünf Kilo abnehmen oder den Marathon laufen? „Wenn man sich darauf eine gute Antwort geben kann, dann stärkt das die Motivation ungemein.“ Sobald man seine Ziele klar im Fokus hat, geht man auch gelassener mit den „Ess-Verführern“ um. Bischoff rät, in solchen Situationen freundlich, aber bestimmt aufzutreten. „Ich weiß, dass sich gerade Frauen schwertun mit dem Nein-Sagen. Aber es ist gar nicht so schlimm. Wer zeigt, wofür er steht, der verdient sich auf Dauer Respekt. Und wirkt so viel stärker und attraktiver als eine Person, die andauernd einknickt.“
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