Make-up

Wimperntusche feiert Geburtstag Ein Tusch auf die Mascara

 Das Bürstchen mit Bambi-Faktor feierte gerade 70. Geburtstag. Pünktlich dazu taucht ein neues Produkt auf.
Ein Tusch auf die Mascara
  

Natürlichkeit finden wir meistens gut und schön. Außer morgens, wenn einen im Spiegel das eigene Gesicht aus konturlosen Augen anblickt. Zwei, drei Handgriffe verwandeln die ungeschminkte Wahrheit in natürliche, wahre Schönheit: ein Tusch für den oberen, einer für den unteren Wimpernkranz, Probeblinkern – fertig. Die Augen wirken größer als noch Sekunden zuvor, die Irisweißer, die Wimpern sind sanft gebogen. Es lebe die Mascara!
Die Geschichte der Wimperntusche ist schnell erzählt: Frau verliebt sich 1913 unglücklich in Mann, Bruder kann Schwesterlein nicht leiden sehen und erfindet Vaseline-Kohlenstaub-Mix, der ihreWimpernso gut in Szene setzt, dass sie 1914 von ihrem Angebeteten zum Altar geführt wird. Der Name der Braut: Maybel. Der Name der Firma ihres Bruders: Maybelline. Bis zum Auftritt jenes Bürstchens, mit dem wir heute unseren Augenaufschlag tunen, vergehen allerdings noch Jahrzehnte. Zunächst nehmen Frauen mit einer Art Mini-Zahnbürste und einer Tube schwarzer Vaselin vorlieb. Oder sie greifen zu – sorry, aber so heißt das nun einmal – Spucktusche: schwarze Farbe, ähnlich der im Malkasten in fester Form, die mit einer Flüssigkeit eigener Wahl (zum Glück) angerührt und dann per Pinselchen aufgetragen wird. In ungezählten Foren wird die Technik noch heute als Geheimtipp gehandelt. Nur hat leider keine der großen Beauty-Firmen noch Spucktusche im Angebot. Retro-Schminker müssen also kleinstädtische Drogerien und spezielle Läden für Theaterschminke nach vergessenen Restbeständen absuchen.

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